Rad- und Wanderwege auf Usedom
Usedom ist flach genug für entspannte Radtouren und abwechslungsreich genug für echte Wandertage. Über 250 Kilometer ausgeschilderte Radwege durchziehen die Insel, der Ostseeküsten-Radweg führt direkt durch die Kaiserbäder, und im Achterland erschließen Wanderpfade Naturschutzgebiete, Steilküsten und stille Binnenseen, die kein Bus erreicht. Wer Usedom auf eigene Faust erkundet – per Rad oder zu Fuß – sieht eine Insel, die sich Strandurlaubern weitgehend verbirgt.

Die wichtigste Frage vor jeder Tour ist nicht, welche die schönste ist – sondern welche in den Tag passt, der noch übrig ist. Die folgende Übersicht zeigt alle acht Routen dieses Beitrags nach Zeitbedarf:

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Radfahren auf Usedom – die besten Routen
Das Radwegenetz auf Usedom ist für eine Insel dieser Größe außergewöhnlich gut ausgebaut. Fast alle Strecken sind asphaltiert oder auf festen Wegen geführt, Steigungen sind selten, und die Distanzen zwischen Orten sind kurz genug, um sie im Urlaubstempo zu radeln.
Ostseeküsten-Radweg – der Klassiker entlang der Promenade
- Länge: ca. 42 km (Peenemünde – Ahlbeck, vollständige Inseltraverse)
- Fahrzeit: 3–3,5 Stunden reine Fahrzeit, mit Pausen ein ganzer Tag
- Schwierigkeit: leicht
- Charakter: asphaltierter Promenadenweg, flach, familientauglich
Der Ostseeküsten-Radweg ist der bekannteste Radweg auf Usedom und führt auf weiten Abschnitten direkt hinter den Dünen entlang. Von den Kaiserbädern aus radelt man durch Koserow, Zempin und Zinnowitz bis nach Karlshagen und Peenemünde – oder in die andere Richtung über die Europapromenade nach Ahlbeck und weiter bis an die polnische Grenze. Ideal für einen langen Urlaubstag oder aufgeteilt auf zwei entspannte Etappen. Die durchgängig asphaltierte Strecke eignet sich auch für Familien mit Kinderrädern und Anhängern.
Kaiserbäder-Runde – Gothensee und Inselinneres
- Länge: ca. 27 km (Rundtour ab Heringsdorf)
- Fahrzeit: 2–2,5 Stunden, gut an einem Vormittag zu schaffen
- Schwierigkeit: leicht
- Charakter: Küste, Kiefernwald, stille Seenlandschaft
Diese Rundtour kombiniert das Beste der Insel auf einer kompakten Strecke: Die Route führt von Heringsdorf durch das Hinterland am Gothensee entlang, vorbei an Kiefernwäldern und kleinen Dörfern, bevor sie über Bansin und die Promenade zurück zum Ausgangspunkt führt. Besonders schön in den frühen Morgenstunden, wenn die Touristen noch schlafen.
Kölpinsee-Runde – See, Deich und Ostseeblick
- Länge: ca. 49 km (Rundtour ab Heringsdorf)
- Fahrzeit: 3,5–4 Stunden reine Fahrzeit – die längste Tour dieser Liste
- Schwierigkeit: mittel
- Charakter: Seenlandschaft, Waldwege, Deichkante
Wer etwas mehr in den Pedalen haben möchte, radelt die große Kölpinsee-Runde. Der Weg führt über den Koserower Deich mit Weitblick auf das Achterwasser, durch das stille Bernsteinquartier und entlang der Seeufer zurück. Einer der schönsten Abschnitte ist die Deichkante zwischen Kölpinsee und Ückeritz – weiter Himmel, wenig Verkehr, Schilfgürtel links und rechts. Mehr über den Urlaub am Kölpinsee.
Stettiner Haff-Route – Panorama am Bodden
- Länge: je nach Abschnitt 20–35 km
- Fahrzeit: 1,5–3 Stunden, je nachdem wie weit Sie fahren
- Schwierigkeit: leicht bis mittel
- Charakter: Haffküste, Flussniederung, Fähranlegestellen
Im Westen der Insel öffnet sich die Landschaft zum Stettiner Haff und zum Peenestrom. Diese Strecke führt durch eine völlig andere Usedom-Welt: breite Wasserflächen statt Sandstrand, Schilf statt Dünen, kleine Fischerdörfer statt Promenaden. Wer von Ahlbeck kommt, radelt über Garz und entlang des Haffufers mit weitem Blick auf das Wasser. In Lassan oder Wolgast lässt sich gut Rast machen, bevor die Rücktour beginnt.
Rad und Bahn kombinieren – was Sie vorher wissen sollten
Der beliebteste Plan auf Usedom lautet: eine Strecke radeln, mit der Usedomer Bäderbahn zurückfahren. Das funktioniert – aber nicht garantiert, und genau daran scheitern in der Hochsaison viele Touren.
Die Fahrradmitnahme in der Bahn ist entgeltpflichtig und läuft über die Fahrradtageskarte des Usedom-Tarifs, die derzeit 8,50 Euro kostet. Entscheidend ist der zweite Teil: Fahrräder werden nur befördert, wenn die Auslastung des Zuges es zulässt. Einen Beförderungsanspruch gibt es nicht. Die Stellplätze sind durch ein Fahrradsymbol an der Fensterscheibe gekennzeichnet, und an einem heißen Julinachmittag zwischen Zinnowitz und Heringsdorf sind sie belegt.
Der Bus ist keine Ausweichlösung: In den UBB-Regionalbussen werden Fahrräder gar nicht transportiert, im Schienenersatzverkehr ebenfalls nicht.
Daraus folgen drei praktische Regeln:
- Rundtouren sind auf Usedom die sichere Wahl. Kaiserbäder-Runde und Kölpinsee-Runde enden dort, wo sie beginnen – ohne Rückfahrtrisiko.
- Für Einweg-Strecken früh oder spät fahren. In den Randzeiten sind die Stellplätze frei; zwischen Mittag und späterem Nachmittag ist es in der Hochsaison eng.
- Leihrad statt eigenem Rad. UsedomRad unterhält Ausleihstationen an den Bahnhöfen und gibt Klassikräder wie Pedelecs über App aus. Wer das Rad am Zielbahnhof einfach abstellt, braucht keinen Stellplatz im Zug.
Noch ein Hinweis zum Fahrschein: In mehreren Inselorten – unter anderem Ückeritz, Loddin, Koserow, Zempin, Zinnowitz und Trassenheide – gilt die UsedomCard, die Sie mit der Kurabgabe erhalten, im aufgedruckten Bereich als Bahnticket. Die Fahrradkarte ist davon unabhängig und fällt zusätzlich an.
Wandern auf Usedom – die schönsten Wanderwege
Usedom ist kein Gebirge – das weiß jeder. Was viele übersehen: Die Insel hat echte Wandergebiete. Die Steilküsten zwischen Bansin und Langenberg, die Halbinsel Gnitz mit ihren naturbelassenen Pfaden und der Naturlehrpfad am Mümmelkensee bieten Wanderungen, die sich lohnen – auch für erfahrene Läufer.
Steilküste Bansin – Langenberg (mit Strandabstieg)
- Länge: ca. 8 km (Hin- und Rückweg)
- Dauer: ca. 2 Stunden
- Schwierigkeit: leicht bis mittel
- Highlight: Steilküstenblick, einsamer Strandabschnitt, Bernsteinsuche
Der schönste Küstenspaziergang auf Usedom. Die Route beginnt in Bansin, führt oberhalb der Steilküste durch Kiefernwald und bietet immer wieder freie Blicke auf die Ostsee. Kurz vor Langenberg führt ein steiler Pfad auf den schmalen Strandstreifen am Fuß der Steilküste – nach Stürmen ist das einer der besten Bernstein-Abschnitte der Insel. Der Abstieg ist nicht für Kinderwagen geeignet, feste Schuhe sind sinnvoll. Mehr über die Strände auf Usedom.
Halbinsel Gnitz – Südspitze und Achterwasserblick
- Länge: ca. 7 km (Rundweg ab Lütow)
- Dauer: ca. 1,5 Stunden
- Schwierigkeit: leicht
- Highlight: Achterwasser auf beiden Seiten, Vogelbeobachtung, Einsamkeit
Die Halbinsel Gnitz ragt ins Achterwasser und ist einer der unberührtesten Orte auf der gesamten Insel. Der Rundweg führt durch Mischwald und über offene Wiesen bis zur Südspitze, von der aus man auf das weite Achterwasser und in Richtung Wolgast schaut. Wer Ruhe sucht und Vögel beobachten möchte, ist hier richtig – Touristengruppen verirren sich selten auf die Gnitz. Anreise nur mit Auto oder Rad.
Naturlehrpfad Mümmelkensee – Wald, Moor und Strand in einem
- Länge: ca. 6 km (Rundweg)
- Dauer: ca. 1,5 Stunden
- Schwierigkeit: leicht
- Highlight: Naturschutzgebiet, Moorlandschaft, Übergang zum Ostseestrand
Dieser Lehrpfad führt durch einen der artenreichsten Naturschutzabschnitte auf Usedom: vorbei am stillen Mümmelkensee durch alten Kiefernmischwald und anschließend durch eine offene Moorlandschaft, die auf den Ostseestrand trifft. Der sanfte, gut markierte Pfad ist auch für Familien mit Kindern geeignet und endet direkt am Strand. Im Naturschutzgebiet gilt Wegegebot – bitte auf den markierten Pfaden bleiben.
Baumwipfelpfad Heringsdorf – barrierearm durch die Baumkronen
- Länge: 1.350 m
- Dauer: Gehzeit 30–45 Minuten; mit Aussichtsturm und Aufenthalt 1,5–2 Stunden
- Schwierigkeit: keine – barrierearm, maximal 6 % Steigung
- Highlight: Aussichtsturm mit Weitblick, höchster Punkt der Insel
Kein klassischer Wanderweg, aber ein echtes Erlebnis – besonders mit Kindern. Der Pfad führt in bis zu 23 Metern Höhe durch die Baumkronen des Heringsdorfer Waldes zu einem 33 Meter hohen Aussichtsturm; dessen Plattform liegt 75 Meter über dem Meeresspiegel und ist damit der höchste Punkt Usedoms. Der Weg ist stufenlos, ein Aufzug im Aufstiegsturm bringt Rollstuhl und Kinderwagen hinauf – der Betreiber spricht bewusst von barrierearm, nicht von barrierefrei. Hunde sind auf dem Pfad nicht erlaubt. Der Eingang liegt direkt am Bahnhof Heringsdorf. Bei Gewitter, Sturm oder Eis kann kurzfristig geschlossen werden. Mehr zum Baumwipfelpfad und den übrigen Sehenswürdigkeiten · Lichterzauber im Winter
Praktische Tipps für Rad- und Wanderurlaub auf Usedom
Fahrrad mieten: UsedomRad betreibt Ausleihstationen an den Bahnhöfen der Insel und gibt Klassikräder und Pedelecs über App aus – die flexibelste Lösung, weil Sie das Rad an einer anderen Station zurückgeben können. Daneben gibt es Verleihe vor Ort in Heringsdorf, Zinnowitz und Bansin. Fragen Sie bei der Unterkunft oder in unseren Büros nach aktuellen Empfehlungen.
Mit Hund unterwegs: Die Küsten- und Waldwege sind für Hunde ideal, im Naturschutzgebiet am Mümmelkensee gilt allerdings Leinenpflicht, besonders in der Brutzeit im Frühjahr. Auf den Baumwipfelpfad dürfen Hunde nicht. Für die Wege auf der Gnitz und an der Steilküste gibt es keine Einschränkungen außer dem allgemeinen Wegegebot. Alle Regeln für den Hundeurlaub auf Usedom.
Beste Reisezeit: Mai und September sind ideal – weniger Betrieb auf den Wegen, angenehme Temperaturen, trotzdem grüne Landschaft. Im Hochsommer können beliebte Abschnitte am Promenadenweg recht voll sein, und die Fahrradstellplätze in der Bahn sind dann knapp. Mehr zur besten Reisezeit auf Usedom.
Karten und Navigation: Der ADFC-Radreiseführer Usedom ist empfehlenswert. Auf Komoot und Outdooractive sind viele der hier beschriebenen Routen digital hinterlegt und GPS-tauglich aufbereitet.
Regentage: Auch bei Schlechtwetter lässt sich auf Usedom gut wandern – Kiefernwälder bieten natürlichen Schutz, und die Steilküste ist bei Wind und Wolken eindrucksvoller als bei Sonne. Was man bei Regen auf Usedom alles unternehmen kann.
Häufige Fragen zu Radfahren und Wandern auf Usedom
Wie viele Kilometer Radwege gibt es auf Usedom?
Das ausgeschilderte Radwegenetz auf der Insel umfasst über 250 Kilometer. Der Ostseeküsten-Radweg führt über die gesamte Länge der deutschen Inselseite von Peenemünde bis Ahlbeck – knapp 42 Kilometer. Dazu kommen zahlreiche Rundrouten ins Hinterland.
Kann ich mein Fahrrad in der Usedomer Bäderbahn mitnehmen?
Ja, aber nicht garantiert. Die Mitnahme ist entgeltpflichtig – die Fahrradtageskarte des Usedom-Tarifs kostet derzeit 8,50 Euro – und Fahrräder werden nur befördert, wenn die Auslastung des Zuges es zulässt. Einen Beförderungsanspruch gibt es nicht. In den UBB-Regionalbussen und im Schienenersatzverkehr ist gar keine Fahrradmitnahme möglich. In der Hochsaison sind Rundtouren deshalb die verlässlichere Planung, oder Sie nutzen ein Leihrad von UsedomRad, das Sie an einer anderen Station zurückgeben.
Wie lange braucht man für die einzelnen Touren?
Mit dem Rad im Urlaubstempo: Kaiserbäder-Runde 2–2,5 Stunden, Stettiner Haff-Route 1,5–3 Stunden, Ostseeküsten-Radweg 3–3,5 Stunden, Kölpinsee-Runde 3,5–4 Stunden. Zu Fuß: Mümmelkensee und Gnitz je rund 1,5 Stunden, Steilküste Bansin–Langenberg etwa 2 Stunden. Alle Angaben ohne Pausen – mit Einkehr und Fotostopps rechnen Sie etwa das Anderthalbfache.
Ist Radfahren auf Usedom auch mit kleinen Kindern möglich?
Ja, sehr gut. Das Gelände ist überwiegend flach, die meisten Wege gut ausgebaut. Die Küstenroute entlang der Promenade ist durchgehend asphaltiert und familientauglich. Mit Fahrradanhänger sind Etappen bis 20 km problemlos machbar.
Wo sind die besten Wanderwege auf Usedom?
Die Steilküste zwischen Bansin und Langenberg ist der eindrucksvollste Küstenwanderweg. Für Natur und Einsamkeit abseits der Touristenorte ist die Halbinsel Gnitz die erste Wahl. Familien empfehlen wir den Naturlehrpfad am Mümmelkensee und den Baumwipfelpfad Heringsdorf.
Darf mein Hund auf die Wanderwege?
Auf den Küsten- und Waldwegen ja. Im Naturschutzgebiet am Mümmelkensee gilt Leinenpflicht, besonders während der Brutzeit im Frühjahr. Auf den Baumwipfelpfad dürfen Hunde nicht mit.
Kann ich auf Usedom auch E-Bike fahren?
Ja. Pedelecs gibt es unter anderem über UsedomRad an den Bahnhofsstationen sowie bei Verleihen in den Kaiserbädern und in Zinnowitz. Da Usedom sehr flach ist, lohnt sich ein E-Bike vor allem für längere Tagestouren ab etwa 40 Kilometern oder für Personen, die nicht die gesamte Strecke unter eigener Kraft zurücklegen möchten.
Was ist der Ostseeküsten-Radweg?
Der Ostseeküsten-Radweg ist ein überregionaler Fernradweg, der die gesamte deutsche Ostseeküste verbindet. Auf Usedom führt er auf der gesamten Länge der Insel und ist ausgeschildert, überwiegend asphaltiert und leicht zu fahren.
Gibt es auf Usedom Wanderwege, die direkt zum Strand führen?
Ja. Die Steilküsten-Route bei Bansin endet am Fuß der Steilküste auf einem einsamen Strandabschnitt. Der Naturlehrpfad am Mümmelkensee führt ebenfalls direkt auf den Ostseestrand. Wer in Karlshagen oder Ückeritz startet, erreicht auf kurzen Wegen naturbelassene Strandabschnitte.
Jetzt Unterkunft für Ihren Aktivurlaub auf Usedom buchen
Ob Tagesradtour, Wochenrunde oder ausgedehnter Wandertag an der Steilküste – Usedom bietet für jeden Aktivurlaub den richtigen Rahmen. Wer die Rückfahrt-Frage gleich umgehen will, wohnt am besten dort, wo die Touren beginnen:
- Ferienwohnungen in Heringsdorf – Startpunkt beider Rundtouren, Baumwipfelpfad und Promenade vor der Tür
- Ferienwohnungen in Bansin – direkter Zugang zum Steilküstenweg Richtung Langenberg
- Ferienwohnungen am Kölpinsee – mitten auf der Kölpinsee-Runde, Deichkante in Laufweite
- Ferienwohnungen in Zinnowitz – guter Ausgangspunkt für die Nordhälfte des Küstenradwegs
- Ferienwohnungen in Karlshagen – ruhiger Inselnorden, kurzer Weg nach Peenemünde
- Alle Ferienwohnungen auf Usedom durchsuchen – direkt buchen, ohne Portalaufschlag
Unser Team in Bansin, Zinnowitz und Balm kennt die Wege selbst – wenn Sie unsicher sind, welcher Ausgangspunkt zu Ihrer Tourplanung passt, rufen Sie einfach an.
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