Angeln auf Usedom
Usedom ist eine der vielseitigsten Angelregionen an der deutschen Ostseeküste – und das liegt an einer geografischen Besonderheit: Die Insel grenzt gleichzeitig an die offene Ostsee, das Achterwasser, den Peenestrom und das Stettiner Haff. Vier völlig unterschiedliche Gewässertypen, vier verschiedene Fangsituationen, und das alles auf einer Insel, von der man die meisten Stellen in 20 Minuten mit dem Rad erreicht.
Ob Raubfischangler, der im Achterwasser auf Hecht und Zander steht, Meeresangler am Ostseestrand oder Familien, die am Kölpinsee entspannt auf Karpfen angeln möchten – Usedom hat für jeden Angeltyp das richtige Revier.
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Die Angelreviere auf Usedom im Überblick
Achterwasser – das beste Raubfischrevier der Insel
Das Achterwasser ist die Lagune auf der Westseite von Usedom – flach, ruhig, von Schilf gesäumt und durchzogen von Flachwasserbereichen, die ideale Lebensräume für Hecht, Zander und Barsch bieten. Wer auf kapitale Hechte aus ist, kommt hier auf seine Kosten: Die Kombination aus Laichplätzen, Schilfkanten und flachen Buchten macht das Achterwasser zu einem der besten Hecht-Reviere in Mecklenburg-Vorpommern. Bootsstellen und Verleih gibt es in Ückeritz und Loddin.
- Hauptfischarten: Hecht, Zander, Barsch, Schleie, Rotauge
- Beste Zeit: April bis Oktober für Raubfische, Frühjahr und Herbst besonders produktiv
- Besonderheit: Flachere Bereiche im Frühjahr nach dem Laichen besonders ertragreich
Peenestrom – die Mischzone zwischen Süß- und Salzwasser
Der Peenestrom verbindet das Stettiner Haff mit der Ostsee und ist die einzige Stelle, an der Süß- und Salzwasser systematisch vermischt werden. Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Fischartenvielfalt: Hier leben neben Hecht und Zander auch Meerforelle, Aal und Hering – Arten, die normalerweise getrennte Lebensräume bevorzugen. Die Hafenanlagen in Peenemünde, Wolgast und Lassan sind beliebte Angelstellen, die auch ohne Boot zugänglich sind.
- Hauptfischarten: Hecht, Zander, Aal, Meerforelle, Hering
- Beste Zeit: Frühling und Herbst für Meerforellen, Sommer für Aal
- Besonderheit: Vom Ufer ohne Boot angelbar; Hafenanlage Peenemünde besonders zugänglich
Ostsee – Meeresangeln am Strand und von der Seebrücke
Das Angeln in der Ostsee ist ein eigenes Erlebnis. Vom Strand auf Hering und Dorsch zu angeln ist die klassische Variante – in den Wintermonaten, wenn die Fische in küstennahe Gewässer ziehen, ist die Ostsee vor Usedom ein verlässliches Angelrevier. Wer von den Seebrücken aus angeln möchte, sollte vorher die aktuellen Nutzungsregeln der jeweiligen Brücke prüfen. Bootsangeln bieten lokale Anbieter als geführte Angeltour an – Hering, Dorsch und Meerforelle sind die Hauptzielarten.
- Hauptfischarten: Dorsch, Hering, Meerforelle, Sprotte
- Beste Zeit: Oktober bis März (Dorsch- und Heringszeit), Frühjahr für Meerforellen
- Besonderheit: Strandangeln ohne Boot möglich; geführte Bootstouren buchbar
Kölpinsee und Binnenseen – Friedfisch und entspanntes Angeln
Für Familien, Anfänger und alle, die keinen Raubfischstress suchen, sind die Binnenseen auf Usedom die richtige Wahl. Der Kölpinsee im Bernsteinquartier bietet ruhige Angelstellen mit Karpfen, Rotauge und Brassen – perfekt für einen entspannten Tag am Wasser. Kinder, die zum ersten Mal angeln, sind hier gut aufgehoben: flaches Ufer, kein Bootsverkehr, viele Bisse.
- Hauptfischarten: Karpfen, Brassen, Rotauge, Schleie, Aal
- Beste Zeit: Mai bis Oktober
- Besonderheit: Ideal für Familien und Einsteiger; Urlaub am Kölpinsee
Fischarten auf Usedom im Überblick
Die Fischartenvielfalt auf Usedom ist für eine einzelne Insel außergewöhnlich. Das liegt an den unterschiedlichen Gewässertypen, die unterschiedliche Ökosysteme beherbergen:
Raubfische (Süßwasser/Brackwasser): Hecht, Zander, Barsch – vor allem im Achterwasser und Peenestrom. Hechte erreichen auf Usedom regelmäßig über 80 cm; Zander von mehr als 5 kg sind keine Seltenheit.
Friedfische: Karpfen, Brassen, Rotauge, Schleie – in Binnenseen und ruhigeren Buchten des Achterwassers.
Meeresfische: Dorsch, Hering, Meerforelle, Sprotte, Aal – in Ostsee und Peenestrom. Der Aal ist eine Besonderheit: Er lebt sowohl in Süß- als auch in Salzwasser und ist in vielen Usedom-Gewässern heimisch.
Angelschein und Erlaubnisse – was Urlauber wissen müssen
Wer auf Usedom angeln möchte, braucht zwei Dinge: einen gültigen Fischereischein und eine Fischereierlaubniskarte (Angelerlaubnis) für das jeweilige Gewässer.
Fischereischein: Wer keinen deutschen Fischereischein hat, kann einen Touristenfischerschein erwerben. Dieser kostet rund 24 Euro, gilt für 28 Tage und ist direkt auf Usedom erhältlich – in den Ordnungsämtern der Gemeinden, in Touristinformationen und in Angelläden. Ein Nachweis über Angelkenntnisse ist dafür nicht erforderlich.
Fischereierlaubniskarte: Jedes Gewässer braucht eine eigene Erlaubniskarte. Diese sind erhältlich in Angelläden, bei Touristinformationen und oft direkt am Gewässer. Die Gebühren variieren je nach Revier und Angelart. Für das Angeln in der Ostsee (Meeresangeln) gelten gesonderte Regelungen.
Schonzeiten und Mindestmaße: Schonzeiten gelten auf Usedom wie überall in Deutschland für alle Fischarten. Besonders wichtig für Urlauber: Zander und Aal haben strenge Schonzeiten und Mindestmaße (Zander mindestens 45 cm), Dorsch ist mit Fangquoten und saisonalen Sperrzeiten belegt. Die aktuellen Regelungen lassen sich beim Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei Mecklenburg-Vorpommern einsehen oder vor Ort beim Anglershop erfragen.
Geführte Angeltouren und Angelführer auf Usedom
Wer kein eigenes Boot hat oder die Reviere nicht kennt, bucht am besten eine geführte Angeltour. Lokale Angelführer kennen die besten Stellen, stellen Ausrüstung zur Verfügung und erledigen die Formalitäten. Angeboten werden Touren aufs Achterwasser, Bootstouren auf der Ostsee und Halbtagstouren auf dem Peenestrom. Die lokalen Touristinformationen in Zinnowitz, Ahlbeck und Heringsdorf vermitteln aktuelle Anbieter.
Häufige Fragen zum Angeln auf Usedom
Brauche ich zum Angeln auf Usedom einen Angelschein?
Ja. Wer keinen deutschen Fischereischein hat, kann vor Ort einen Touristenfischerschein erwerben – für 24 Euro, gültig 28 Tage, erhältlich in Ordnungsämtern, Touristinformationen und Angelläden auf Usedom.
Wo kann ich auf Usedom Hecht angeln?
Das beste Hecht-Revier auf Usedom ist das Achterwasser auf der Westseite der Insel. Flache Buchten, Schilfkanten und gute Laichbedingungen sorgen für einen stabilen Bestand. Bootsstellen und Bootsverleih gibt es in Ückeritz und Loddin.
Kann man auf Usedom auch ohne Boot angeln?
Ja. Vom Strand der Ostsee, von den Hafenanlagen in Peenemünde und Lassan sowie von vielen Uferstellen am Kölpinsee lässt sich ohne Boot angeln. Für das Achterwasser und den Peenestrom ist ein Boot zwar hilfreich, aber nicht zwingend.
Welche Fische gibt es in der Ostsee vor Usedom?
Dorsch (Kabeljau), Hering, Meerforelle und Sprotte sind die häufigsten Meeresarten. In den küstennahen Bereichen und am Peenestrom kommen zusätzlich Aal und Flunder vor. Die Ostsee vor Usedom ist ein Brackwassermeer – Salzwasserarten und Süßwasserarten überschneiden sich.
Gibt es auf Usedom Angelläden?
Ja. In Heringsdorf, Zinnowitz und Wolgast gibt es Angelläden mit Ausrüstung, Angelerlaubnissen und lokalem Expertenwissen. Für Urlauber ist das die erste Anlaufstelle für alles Organisatorische.
Wann ist die beste Zeit zum Angeln auf Usedom?
Für Raubfische (Hecht, Zander) sind Frühjahr und Herbst die produktivsten Zeiten. Dorsch und Hering sind im Herbst und Winter in Küstennähe besonders gut zu fangen. Sommerurlaub kombiniert sich am besten mit Friedfischangeln an den Binnenseen oder Aal im Achterwasser.
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